

Zusammengestellt aus der Chronik (Stand 2002)
Im Jahre 1957, am 21. April, wurde für die Angehörigen der Betriebe
der zivilen Luftfahrt in der DDR die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Luftfahrt
gegründet. Eine der Gründersektionen war die der Segler.
Mit einem Seekreuzer, der "Kranich", fing es in Warnemünde an. Der Aufwand für deren Betrieb wurde aber bald zu groß, so dass das Schiff an die Sportgemeinschaft Motor Wolgast übergeben wurde.
Die Binnensegler nutzten ein Bootshaus in Zeuthen an der Dahme für Anfangs ca. 20 Mitglieder, 2 H-Jollen und 2 Piraten.
1965 erfolgte der Umzug nach Rahnsdorf in das Bootshaus der "Chemie Grünau", deren Ruderer in die BSG Luftfahrt aufgenommen wurden. Die Segler richteten sich auf der gegenüberliegenden Insel "Dreibock" in 3 vorhandenen Baracken ein. Diese Insel liegt zwischen 2 Altarmen der Müggelspree mit Zugang zum östlichen Ufer des Müggelsees und entstand 1934-1935 aus Aushub, der beim Bau des Gosener Kanals hier aufgeschüttet wurde.
In Eigeninitiative der Sportler und mit Unterstützung der Interflug, die das Bootshaus auf der Landseite als Naherholungsobjekt nutzte, wurde ein Hafen angelegt und auf der Insel eine Bootshalle errichtet.
Da die Unterhaltung des Objektes in den folgenden Jahren nicht mehr von der Interflug getragen werden konnte, wurde es in die Verwaltung des Rates des Stadtbezirkes Berlin Köpenick übergeben. Nutzer blieben weiterhin die Sektionen Segeln und Rudern der BSG Luftfahrt. Auf der Insel wurden mit eigenen Mitteln und Arbeitsleistungen der Sportler die Bootshalle erweitert, die Slipanlage elektrifiziert und diverse Unterstellräume errichtet.
Segelväter bauten für ihre Kinder OPTIMIST-Jollen und gründeten 1967 die Kindergruppe. Die Eltern erwarben Übungsleiterbefähigungen und betreuten die Kinder beim Training und bei Wettfahrten. Die Erfolge blieben nicht aus! Die Auszeichnung als beste Berliner Sektion im Jugendsegelwettbewerb war 19.. ein Höhepunkt in der Entwicklung.
Aus den damaligen Segelkindern sind inzwischen Übungsleiter geworden, die wiederum ihren Kindern das erfolgreiche Segeln beibringen.
So tritt z.B. Jan Vogler mit erfolgreicher Teilnahme an nationalen und internationalen Meisterschaften 2002 in seiner Laser-Jolle in die Fußstapfen seines Opas Jürgen Vogler der in den 50 er Jahren zu den Olympia Kadern zählte.
Ein fester Bestandteil im Vereinsleben war und ist darüber hinaus das Fahrtensegeln, das seit 1970 bis heute mehrfach mit ersten und vorderen Plätzen im Fahrtenwettbewerb in der Einzel- und Vereinswertung ausgezeichnet wurde.
Waren es in der Sektion Segeln zeitweise über 100, zählt der Verein In den letzten Jahren etwa 80 Mitglieder.
Der Bootsbestand vergrößerte sich durch Eigenbau, Aufnahme von Mitgliedern mit Booten und von der Interflug gekaufter Jollen für das Jugendtraining, wie Optimist, Cadet, 420er, Ixylon und Motorbooten, kontinuierlich. Heute verfügen die Mitgliedern des Vereins über einen Gesamtbootsbestand von 2 Betreuermotorbooten, 41 Jollen, 21 Jollenkreuzer und 4 Kielschwertkreuzer. Für Kielboote reicht die Wassertiefe im Hafen von ca. 80 cm nicht aus.
Mit der Deutschen Einheit und der nachfolgenden Liquidation der Interflug im Jahre 1990 und den einhergehenden Veränderungen wandelte sich die BSG Luftfahrt in den Interflug -Sportverein e.V. Die Mitglieder der Sektion Segeln beschlossen die Gründung eines selbstständigen Vereins, erreichten die Eintragung als Segler-Gemeinschaft Luftfahrt e.V. (SGL) in das Vereinsregister und den Abschluss eines Pachtvertrages für das Gelände auf der Insel Dreibock.
Jetzt galt es, nicht nur die Mittel eigenverantwortlich zu beschaffen und zu verwalten, sondern auch den Erhalt und den dringend notwendigen Ausbau des Geländes und der Boote voranzubringen.
Schrittweise wurden von Jahr zu Jahr Verbesserungen und Erleichterungen geschaffen.
1992 wurde ein bisher privat genutzter Bungalow vom Verein übernommen und als Clubraum, unseren "Verklicker", ausgebaut.
1996 konnte endlich das Sanitärproblem auf der Insel durch den Aufbau einer transportablen Anlage gelöst werden. Deren Entsorgung erfolgt in speziellen Behältern auf einem alten Fährschiff, das zu diesem Zwecke erworben und ebenfalls in Eigenleistung der Sportler mühevoll instand gesetzt wurde und zur Übergabe auf der Müggelspree an ein Fäkalienschiff der Stern und Kreisschifffahrt genutzt wird.
1996 übernahmen jüngere Mitglieder unter Führung des langjährigen Vorsitzenden Bernd Koall die Arbeit im Vorstand, nicht ohne noch aktiv von den "Alten" kameradschaftlich unterstützt zu werden.
In dieser Gemeinschaftsarbeit, bei der jeder mit großem Einsatz Leistungen nach seinen Möglichkeiten einbrachte, konnte 1997 wiederum in Eigenleistung ein bisher für undurchführbar gehaltenes Projekt verwirklicht werden: die Betonierung des Bodens der Bootshalle. Damit wurde ein langjähriges Erfordernis des Umweltschutzes erfüllt und zusammen mit diversen mechanischen Hilfsmitteln eine wesentliche Erleichterung bei der Einlagerung und Überholung der Boote erreicht.
Im Jahr 2002 wurde mit der Sanierung bzw. Erneuerung des Hafens durch eine Baufirma, finanziert mit Mitteln der Sportler, eine weitere, seit langem notwendige Aufgabe erfüllt. Im Interesse der Kostenminimierung wurde die Hafenanlage verkleinert. Die Wunden der Bauarbeiten waren geheilt und wir konnten im Herbst unsere Gäste des Müggelreviers zur Absegelveranstaltung in einer würdigeren Umgebung empfangen.
Noch stehen wesentliche Aufgaben vor uns (Ausbau der Elektroanlage, Anschluss der Sanitäranlage an die Kanalisation, Frischwasseranschluss u. dgl.), doch in bewährtem Gemeinschaftssinn, hoffen wir, unsere Insel Dreibock, die uns die Erfüllung unserer Projekte nicht immer leicht macht, noch lange Jahre als Basis sportlicher Aktivitäten im Regattasport und im Fahrtensegeln und als Zuflucht aus dem Alltag nutzen zu können.