


In der Zeit vom 7. Juni bis 17. August 2002 unternahmen wir mit unserem 20 qm-Jollenkreuzer "Daddeldu" eine Reise durch die Niederlande.
Von Berlin-Köpenick fuhren wir, die Potsdamer Gewässer segelnd, danach nur noch unter Motor über die Ost-West-Verbindung des Mittellandkanals und seiner angeschlossenen Kanäle und erreichten in Begleitung der Segelyacht "Libertas III" bei Wesel den Rhein. Wir passierten stromabwärts am 21. Juni die Grenze zu den Niederlanden und konnten endlich wieder Mast stellen. Unter Segeln ging es zunächst auf dem Niederrhein und Lek westwärts, den Merwedekanal zur Maas und über den Nationalpark "De Biesbosch" nach Dordrecht. Über die von der Nordsee durch Dämme abgetrennten Seegebiete Hollands Diep, Volkerak und Krammer kämpften wir uns bei stürmischem Wetter schließlich zur Oosterschelde und das Veere Meer bis nach Middelburg als südlichsten Wendepunkt unserer Reise.
Tage später setzten wir die Reise über das Markermeer nach Lelystad und weiter nach Edam fort, wo wir uns am Spektakel des Käsemarktes begeisterten. Wir kreuzten nordwärts nach Hoorn und nach dem Abschied von der "LibertasIII" und der "Summertime", die sich uns zwischenzeitlich uns angeschlossen hatte, nahmen wir Kurs auf die Randmeere rund Flevoland, um nach 2 weiteren Tagen in Zwartsluis festzumachen. Da die Wetterlage die Fahrt über das Ijsselmeer nicht zuließ, entschlossen wir uns, über Overijssel nach Friesland zu segeln. Wir besuchten die Weerribben und Princenhof, die Hauptstadt Leeuwarden und das Lauwersmeer und segelten über das Reitdiep nach Groningen. Von hier kehrten wir über die Kanäle Winschoterdiep und Stadskanaal nach Deutschland zurück. Von Haren aus über den Dortmund-Ems-Kanal erreichten wir wieder den Mittellandkanal und passierten rechtzeitig vor dem beginnenden Hochwasser die Elbe. Am 17. August machten wir nach 73 Reisetagen und insgesamt 2.742,5 km in unserem Heimathafen in Berlin-Rahnsdorf am Müggelsee fest.
Wir hatten in diesen Tagen viele malerische Orte und Landschaften kennen gelernt, sind sehr freundlichen, hilfsbereiten Menschen begegnet und waren begeistert von den Möglichkeiten, die dieses Land dem Wassersport bietet. Für die lange Anfahrt, viele Tage unter Motor, entschädigten uns die ca. 1.200 km, die wir trotz mitunter schwieriger Wetterbedingungen unter Segeln zurücklegen konnten. Wir kehrten zurück mit vielen guten Eindrücken und Erfahrungen und ohne Schaden an Schiff oder Besatzung.
Peter Groll